Wie entsteht ein diabetisches Fußssyndrom?

Das diabetische Fußsyndrom (DFS) entsteht durch das Zusammenspiel von Neuropathie, Druckfehlbelastungen, eingeschränkter Gelenkmobilität, Durchblutungsstörungen (pAVK) sowie bio-psychosozialen Faktoren. Dadurch können wiederholte Druck- und Scherkräfte zu Ulzera und Nekrosen führen.
 
Dies sind die wichtigsten Ursachen für ein DFS:
  • Diabetische Neuropathie (sensorisch, motorisch, autonom)
    • Verminderte Schmerz- und Schutzsensibilität
    • Fuß- und Zehendeformitäten
    • Trockene, verletzliche Haut
  • Wiederholte Druckbelastungen und Scherkräfte
    • Häufig unbemerkt durch eingeschränkte Schmerzempfindung
    • Verstärkt durch ungeeignetes Schuhwerk, Adipositas und Deformitäten
  • Eingeschränkte Gelenkmobilität (Limited Joint Mobility, LJM)
    • Erhöhte lokale Druckspitzen
  • Hornhautschwielen (Hyperkeratosen)
    • Begünstigen darunterliegende Gewebeschäden
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
    • Bei > 50 % der DFS-Patienten vorhanden
    • Verminderte Gewebedurchblutung und verzögerte Wundheilung
  • Bio-psycho-soziale Einflussfaktoren
    • Depression
    • Vernachlässigung der Fußpflege
    • Ungünstige Krankheitsüberzeugungen
    • Fehlende soziale Unterstützung

Es ist daher ein Ergebnis aus Nervenstörungen, Durchblutungsstörungen und mechanischem Trauma.

Bei mehr als 50% der Fälle liegt eine relevante pAVK (Durchblutungsstörungen) vor!

19-34% aller Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihres Lebens ein Fußulkus.³

Wie kann ein diabetisches Fußsyndrom behandelt werden?

Die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms basiert auf einer konsequenten Druckentlastung (Offloading), einer optimierten Blutzuckereinstellung sowie der Behandlung von Durchblutungsstörungen und Infektionen.

Wesentliche Bestandteile der Therapie sind:

  • Druckentlastung des betroffenen Fußes
  • Individuell angepasstes Schuhwerk und orthopädische Hilfsmittel
  • Beurteilung und ggf. Verbesserung der Durchblutung bei pAVK
  • Lokale Wundbehandlung
  • Infektionsmanagement
  • Exsudatmanagement zur Vermeidung von Mazerationen
  • Regelmäßige Hautpflege und podologische Versorgung
Für die lokale Wundbehandlung können Schaumverbände wie Biatain® Silicone gut eingesetzt werden. Außerdem ist es wichtig, eine geeignete Wundspüllösung für eine effektive Wundreinigung zu nutzen. 
 
Hinweis: Vor der Auswahl der lokalen Wundtherapie sollte die Durchblutungssituation beurteilt werden. Die Wundversorgung ist an die individuelle Wund- und Perfusionssituation anzupassen.