Die Sonneninsel Bornholm ist vor allem für ihre vielen Sonnenstunden, Sandstrände und rauen Küsten bekannt – weniger für Islandpferde. Und doch lässt sich die dänische Ostseeinsel kaum eindrucksvoller entdecken als vom Rücken der trittsicheren, ruhigen Pferde. Auf verschlungenen Waldwegen, entlang schroffer Küstenlinien oder durch weite Heideflächen eröffnet sich Bornholm von seiner ursprünglichsten Seite. 

Wer Bornholm besucht, merkt schnell: Diese Insel hat ihren ganz eigenen Takt. Wind, Licht und Landschaft bestimmen hier den Alltag – und genau deshalb passen Islandpferde so gut zu diesem Ort. Dabei ist ihre Geschichte auf Bornholm noch vergleichsweise jung. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts brachten Pferdeliebhaber und Züchter die robusten Tiere aus Island nach Dänemark und später auch auf die Ostseeinsel. Mit ihrem ruhigen Wesen, ihrer Trittsicherheit und ihrer Anpassungsfähigkeit erwiesen sie sich schnell als ideal für die abwechslungsreiche Natur Bornholms.  

Landschaften voller Gegensätze

Bornholm besitzt eine einzigartige Natur, die auf kleinem Raum erstaunlich gegensätzlich ist: Flache, weiße Sandstrände an der Ostsee wechseln sich ab mit hohen, schroffen Klippen und rauen Felsenformationen. Mehr als 140 Kilometer Küste eröffnen immer neue Perspektiven – mal sanft und märchenhaft, mal wild und dramatisch. Im Inselinneren durchziehen schmale Täler die welligen Felder, während der große Wald Almindingen das grüne Herz Bornholms bildet.

Bornholm ist bekannt für seine weißen Sandstrände. Die Sonneninsel zählt die meisten Sonnenstunden Dänemarks.
Bild: et_nyt_kapitel

Eindrucksvoll sind auch die schroffen Küsten Bornholms.
Bild: Mette Johnsen  

Natur erleben – Schritt für Schritt

Islandpferde sind mittlerweile fester Bestandteil geführter Reittouren auf der Insel. Die Pferderasse ist bekannt für ihre Gelassenheit und den sogenannten Tölt – eine besonders sanfte Gangart, die auch längere Ausritte angenehm macht. Selbst Reitanfänger fühlen sich schnell sicher im Sattel. Die Touren führen durch die abwechslungsreichen Landschaften Bornholms: vorbei an duftenden Kiefernwäldern, über weiche Heideböden und immer wieder entlang der Küste, wo der Blick weit über die Ostsee schweift. Besonders reizvoll sind die Ausritte im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Natur erwacht, die Insel noch ruhig ist und das Licht Bornholm in warme Farben taucht.

Entschleunigung und neue Perspektiven

Unterwegs bleibt Zeit zum Innehalten. Die Tourguides erzählen von der Geschichte der Insel, von alten Fischerdörfern, Runensteinen und der engen Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur. Oft geht es nicht um Tempo, sondern um Wahrnehmung: das gleichmäßige Schnauben der Pferde, das Rauschen des Meeres, das Gefühl von Weite. Eine Islandpferde-Tour auf Bornholm ist damit weit mehr als ein klassischer Reitausflug. Sie ist ideal für alle, die entschleunigen, Kraft tanken und die Insel aus einer neuen Perspektive entdecken möchten.  

Gut zu wissen

Beste Reisezeit: April/Mai und September/Oktober
Voraussetzungen: In der Regel keine Reiterfahrung nötig; Touren zum Strand sind nicht für Anfänger geeignet
Dauer der Touren: Von 1 bis 3 Stunden
Ausrüstung: Feste Schuhe, wetterfeste Kleidung
Anbieter-Tipp:Stutteri Liselund Bornholm“ bei Rønne.
Seit 2006 züchtet der familiengeführte Hof Islandpferde und bietet geführte Reittouren an. Ansprechpartnerin Sussi Glistrup spricht auch deutsch. Infos und Kontakt unter: www.stutteriliselund.dk  

Bei einer Islandpferde-Tour am Strand zeigt sich die Küste Bornholms von ihrer besonders stillen und ursprünglichen Seite.
Bilder: Stutteri Liselund Bornholm  

Zwei besondere Ausflugstipps auf Bornholm

Hammershus – Geschichte mit Aussicht
An der Nordspitze der Insel thront die imposante Burgruine Hammershus auf einem steil aufragenden Felsen. Die größte Burgruine Nordeuropas bietet nicht nur spannende Einblicke in das Mittelalter, sondern auch spektakuläre Ausblicke über die Küste und das Meer.

Østerlars Rundkirche – Bornholms bekanntestes Wahrzeichen
Die Østerlars Rundkirche ist die größte und bekannteste der vier Bornholmer Rundkirchen. Mit ihren dicken Mauern, dem runden Grundriss und ihrer besonderen Atmosphäre ist sie ein eindrucksvolles Beispiel nordischer Sakralarchitektur und ein beliebtes Ziel für Kulturinteressierte.  

Mehr Infos und weitere Tipps unter: www.visitdenmark.de/daenemark/regionen/bornholm  

Die imposante Burgruine Hammershus auf einem steil aufragenden Felsen ist einen Besuch wert.  
Bild: Stefan Asp  

Rundkirchen sind ursprünglich als kombinierte Kirchen und Verteidigungswerke gebaut worden. Rundkirche von Østerlars ist Bornholms größte und bekannteste Rundkirche.
Bild: Niclas Jessen  

Erscheinungszeitpunkt: Mai 2026
Redaktion: mk Medienmanufaktur GmbH