Katheterauswahl
Die aktualisierte Leitlinie erläutert detailliert, welche Kathetereigenschaften in unterschiedlichen klinischen Situationen berücksichtigt werden können. Die Auswahl erfolgt individuell und situationsbezogen.
Katheterlänge und ‑durchmesser
- Orientierung an anatomischen Gegebenheiten und Beschaffenheit der Harnröhre sowie bei Kindern dem Alter bzw. der Körpergröße
Katheterspitzen – können situationsabhängig berücksichtigt werden
- Gerade Spitzen: z.B. bei unkompliziertem IK
- Speziell geformte Spitzen: z.B.bei funktionellen Einführhindernissen oder Spastik
- Abgewinkelte Spitzen: z.B. bei anatomischen Besonderheiten
Katheter-Augen
- Keine scharfen Kanten
- Auswahl des Augendesigns (2–3 Öffnungen, zahlreiche Mikro‑Augen, große Drainage-Augen) abhängig von Urinbeschaffenheit und bei unvollständiger Entleerung der Harnblase
Materialeigenschaften
- Flexibilität oder Steifigkeit je nach Voraussetzungen des Anwenders relevant
- Festere Katheter können hilfreich sein bei
- spastischem Sphinkter
- eingeschränkter Handfunktion
Beschichtete / unbeschichtete Katheter
- Bei beschichteten Kathetern wird zwischen hydrophilen und Gelkathetern unterschieden
- Beschichtete Einmalkatheter für die Langzeitanwendung beschrieben
- Bei unbeschichteten Kathetern: zusätzliche Gleitmittel vorgesehen
Versorgungsaspekte
Die Häufigkeit der Katheterisierung kann individuell variieren. Einschränkungen der Katheterauswahl durch Kostenvorgaben werden kritisch thematisiert. Leitliniengerechte Versorgung soll dadurch nicht beeinträchtigt werden.