Multiple Sklerose und Blasenschwäche

Blasen- und Darmschwäche gehören zu den häufigsten Begleitsymptomen bei Multipler Sklerose, die bei frühzeitiger Diagnose und Therapieeinleitung jedoch gut in den Griff zu bekommen sind.

Viele Menschen mit Multipler Sklerose zeigen Symptome einer neurogenen Blasendysfunktion, sprich einer verminderten Fähigkeit, die Blase zu kontrollieren. Einige Menschen müssen dabei häufiger oder dringender urinieren; andere hingegen haben Probleme, die Blase vollständig zu entleeren, oder verspüren das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Eine unbehandelte Blasenschwäche kann für den weiteren Verlauf der Erkrankung sehr nachteilig sein und enorme Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. 

Multiple Sklerose im Überblick

Multiple Sklerose ist eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome einhergehen kann. Weltweit werden jedes Jahr ca. 100.000 Menschen mit MS diagnostiziert, über 15.000 davon in Deutschland. In Europa und Nordamerika ist einer von 800 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt. Damit ist MS auf diesen Kontinenten die häufigste neurologische Störung bei jungen Erwachsenen.

Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung, bei der die isolierende Schutzhülle der Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark durch Angriffe des körpereigenen Immunsystems beschädigt werden. Dies führt zu Problemen in der Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper. Die MS ist eine unberechenbare Krankheit, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich verläuft und kann zu Beeinträchtigungen der kognitiven sowie körperlichen Funktionen führen.

Eine der Körperfunktionen, die durch MS beeinträchtig werden kann ist die Blasenfunktion. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass 75 – 90% aller Menschen mit MS im Laufe ihrer Erkrankung Blasenprobleme bekommen. Obwohl Blasen- und Darmprobleme häufig auftreten, kann es für die Patienten schwierig sein, über diese Symptome zu sprechen. Viele Menschen empfinden dies als Tabuthemen. Wenn Blasen- und Darmprobleme jedoch nicht behandelt werden, können sie sich negativ auf den Krankheitsverlauf der MS auswirken und die Lebensqualität der Menschen stark beeinflussen.

Diagnose und Therapie sind essentiell

Der erste Schritt für eine optimale Behandlung ist eine fundierte Diagnose der neurogenen Blasenfunktionsstörung. Hier unterstützen wir von Coloplast durch einen standardisierten, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Fragebogen: Das BlasenScreening

Unsere Mission bei Coloplast ist es, das Leben für Menschen mit intimen Gesundheitsproblemen einfacher zu machen. Daher bieten wir Lösungen für Menschen mit MS an, um ihre Blasen- und Darmprobleme zu behandeln.

 

Das zentrale Nervensystem

Das zentrale Nervensystem besteht aus vielen Nervenfasern und transportiert Informationen von Gehirn und Rückenmark zu den unterschiedlichsten Bereichen im Körper und Informationen aus den verschiedenen Körperregionen zum Gehirn und Rückenmark. Nervenfasern sind umgeben von einer isolierenden Schutzhülle aus Myelin, die dafür sorgt, dass die Informationen – die sogenannten Nervenimpulse – schnell und fehlerfrei übermittelt werden. Bei Menschen mit Multipler Sklerose ist diese Myelinhülle um die Nervenfasern, auch Markscheide genannt, beschädigt oder vernarbt. Hierdurch wird die Übermittlung der Informationen durch die Nerven unterbrochen, was die Beeinträchtigung einer ganzen Reihe von Körperfunktionen zur Folge haben kann. 

Multiple Sklerose kann Folgendes auslösen

  • Blasen- und Darmsymptome
  • Körperliche Einschränkungen
  • Müdigkeit
  • Kognitive Störungen

Typen Multipler Sklerose

Es gibt vier Typen Multipler Sklerose. Man unterscheidet sie je nach Erscheinungsbild der Symptome. Die vier Typen sind:

    1. schubförmig remittierend
    2. primär progredient
    3. sekundär progredient
    4. gutartig

Die unten aufgeführten Symptome können erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein; sie können jedoch auch erst im Verlauf der Erkrankung auftreten.

Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen haben äußerst negative Auswirkungen auf Multiple Sklerose und können zu einer Verschlechterung des Krankheitsbilds führen. Der Körper bekämpft die Infektion und löst dadurch eine überhöhte Aktivität des Immunsystems sowie eine Demyelinisierung (Zerstörung der Nervenschutzschicht) aus. Daher ist es extrem wichtig, die Blase regelmäßig zu entleeren, um eine Harnwegsinfektion von vornherein zu vermeiden.

Harninkontinenz

  • Harnabgang
  • Kleine oder größere Harnmengen, die spontan abgehen, ohne dass ein Harndrang spürbar ist
  • Unfreiwilliger Harnabgang beim Niesen, Husten, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung
  • Ein plötzlich auftretender Harndrang
  • Zweimaliges oder häufigeres nächtliches Aufstehen, um Wasser zu lassen (Nykturie/ nächtliche Blasenschwäche)

Harnverhalt

  • Langsamer Harnfluss als eine der Schwierigkeiten zu Beginn des Urinierens
  • Starker Harndrang, ohne dass der Urin tatsächlich abgelassen werden kann
  • Häufige Toilettenbsuche
  • Tröpfchenabgang aufgrund von Überlaufinkontinenz
  • Schwacher Harnfluss
  • Aufgeblähter Unterleib

Darmsymptome

  • Verstopfung
  • Stuhl-Inkontinenz
  • Blähungen/Flatulenz

Teil 1 - Einführung in Multiple Sklerose mit Kim Bundvig Barken

Teil 2 – Dysfunktion der unteren Harnwege bei Multipler Sklerose mit Dr. Panicker

Die richtigen Materialien zum Download

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